Juniorhandling - Was ist das?

Bild "Juniorhandling:JuniorhandlingBlank.gif"Das Juniorhandling ist Teil des Ausstellungswesens und hat seinen Ursprung in Amerika. Vor einigen Jahren wurde es vom VDH (Verband deutsches Hundewesen) in Deutschland eingeführt. Wie der Name schon sagt, geht es hier nicht um Erwachsene, sondern um Kinder und Jugendliche, die das Führen und den Umgang mit den Hunden zeigen.
Im Gegensatz zum sonstigen Ausstellungsgeschehen wird hierbei nicht in erster Linie der Hund bewertet, sondern das Kind oder der Jugendliche, der seinen Hund rassegerecht und ausstellungsgerecht vorführen soll.
Das fängt schon bei der Kleidung an: Es wird eine  Kleidung erwartet, die der Situation des Vorführers als auch der jeweiligen Rasse entspricht. Die Kleidungstücke sollten auch der Farbe des jeweiligen Hundes angepasst werden. Führt man einen dunkelfarbenen Hund vor, soll die Kleidung hell sein, damit sich farblich ein harmonischer Kontrast zeigen kann.
Der Begriff "Handling" beinhaltet, dass Kinder und Jugendliche bestimmte Vorführregeln beherrschen müssen. Schön ist es, wenn Kind und Hund ein  eingespieltes Team bilden. Besonderes Einfühlungsvermögen ist gefragt, wenn später bei Jugendlichen z.B. vom Richter ein Hundetausch verlangt wird. Hier zeigt der Juniorhandler sein besonderes Einfühlungsvermögen, auch für den fremden Hund.


Was ist Sinn und Zweck des Juniorhandlings?

Ziel und Zweck des Juniorhandlings ist es, einerseits beim Kind und Jugendlichen Verständnis, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein für den vierbeinigen Freund zu entwickeln und anderseits später den Hund auch als Aussteller optimal im Ring vorstellen zu können.
Bild "Juniorhandling:Juniorhandling1.png"Noch kann dies in spielerischer Art und Weise trainiert und schließlich in einem sportlichen Wettkampf erprobt werden. Hierbei spielen auch immer wieder Fairness, Disziplin und Teamgeist eine wesentliche Rolle. Der Erfahrungshorizont hinsichtlich der sportlichen Leistung anderer und die Anerkennung besserer Leistungen als der eigenen soll erweitert und eingeübt werden. Als Sieger oder Verlierer aus dem Wettkampf hervorzugehen, ist ein Basistraining, Höhepunkte und Niederlagen im Leben verarbeiten zu lernen.
Ein wichtiger Aspekt ist eine positive Beeinflussung oder im Idealfall Umkehrung der Negativschlagzeilen all dessen, was Hundehaltung betrifft. Wenn auf der einen Seite das Bild von der wilden Bestie Hund in den Raum gestellt wird, der auf Menschen losgeht und unberechenbar ist, zeigt sich hier das Gegenteil. Sogar Kindern und Jugendlichen gelingt es, den Hund zur Unterordnung und Gefolgstreue zu erziehen. Das kann das Bild vom ungezogenen und unbezähmbaren Hund in der Öffentlichkeit verändern und Vorurteile und Missverständnisse ausräumen.
Juniorhandling findet man auf Internationalen, Nationalen, Spezial- und auch kleinen Zuchtschauen.

Wer kann mitmachen?

Bild "Juniorhandling:Juniorhandling2.png"Der Juniorhandling Wettbewerb ist für Kinder und Jugendliche gedacht. Da Kinder und fast erwachsene Jugendliche verschiedene Vorraussetzungen mitbringen, hat man um eine möglichst gerechte Beurteilung zu erzielen, die Altersgruppen unterteilt.

  • Altersklasse 0
    in dieser Klasse gibt es keine Bewertung hier wird nur geübt und Kinder unter 9 Jahren dürfen  das Juniorhandling spielerisch ausprobieren.

  • Altersklasse 1
    Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren

  • Altersklasse 2
    Kinder und Jugendliche von 13 bis 17 Jahren

Muss der Juniorhandler einen eigenen Hund besitzen?

Bild "Juniorhandling:Juniorhandling3.png"Beim Juniorhandling ist es nicht maßgebend, ob der Hund im Besitzverhältnis des Vorführenden steht. Es kann der Hund aus der eigenen Familie oder ein fremder Hund gezeigt werden.
Für den Hund gibt es allerdings die Vorgabe, dass er ein Rassehund sein muss und im Zuchtbuch oder Register registriert ist. Der teilnehmende Hund muss nicht bei der Zuchtschau oder Ausstellung zur Bewertung gemeldet sein. Der Impfpass ist aber immer mitzubringen.

Wer beurteilt die Juniorhandler?

Für Zuchtschauen im Bereich des VDH sind als Juniorhandler-Richter nur ausgebildete Zuchtrichter zugelassen. Erfolgreiche Juniorhandler können, wenn sie die Altersgrenze überschritten haben, um noch selbst am Juniorhandling teilzunehmen, auch eine Ausbildung zum Juniorhandling-Richter machen.

Welches sind die wesentlichen Voraussetzungen für erfolgreiches Juniorhandling?

  • Vertrauensvoller, freundschaftlicher Umgang mit dem Hund
    • Liebevolle Zuwendung zum Hund.
    • Ansprechen des Hundes und Aufforderung zu geforderten Handlungen in freundlichem, ruhigem Tonfall.
    • Zuspruch, positive Bestätigung, Lob als Anerkennung für den Hund.

  • Harmonie zwischen Hund und Juniorhandler
    • Vernünftiges Maß an Lob und Tadel.
    • Konzentriertes gegenseitiges Aufeinandereingehen und Zusammenspiel.

  • Fairness und Sportlichkeit den Mitkonkurrenten gegenüber
    • Keine Handlungen (wie zu dichtes Auflaufen), die einen anderen Hund zu Reaktionen veranlassen könnten
    • Keine Handlungen (wie Ansprechen) die einen anderen Teilnehmer ablenken könnten
    • Den Platzierten gratulieren
    • Die Entscheidung des Richters akzeptieren.

  • Grundkenntnisse über die Rasse des vorgeführten Hundes
    • Welche Hunderasse wird vorgeführt (z.B. Rauhaar, Kurzhaar oder Langhaarteckel)?
    • Wie alt ist der vorgeführte Teckel?
    • Name des Hundes?
    • Ist es ein Rüde oder eine Hündin?

  • Rasseentsprechendes Vorführen des Hundes
    • Kleine Hunde werden im Gehen gezeigt.
    • Große Hunderassen werden im Lauftempo präsentiert.
    • Bei bestimmten Hunderassen wird bei der Vorführung im Stand die Beinstellung überprüft und die Schwanzhaltung optimal ausgerichtet.

  • Konzentriertes, selbstsicheres Auftreten im Ring
    In der Art und Weise des Vorführens lässt sich erkennen, dass der Juniorhandler mit den Abläufen und Gepflogenheiten im Ring vertraut ist.
    Sparsame, allerdings effektive Bewegungen des Handlers, ohne vom Hund abzulenken, sondern um ihn allein in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen.

  • Unterstützung des Richters durch den Vorführenden bei der Gebisskontrolle des Hundes.
    Den Hund in Position bringen, sodass der Richter das Gebiss des Hundes problemlos  begutachten kann
    Eventuell selbst die Lefzen hochziehen und den Fang zeigen.

  • Befolgung individueller Anweisungen des Richters.
    • Nur die vom Richter gewünschten Figuren laufen.
    • Die Figuren in der vom Richter geforderten Richtung und Größe laufen.
    • Auf Wunsch den eigenen Hund mit dem eines Teilnehmers tauschen evtl. auch mehrmals.

  • Gruppenkoordiniertes Verhalten bei der Vorführung der Gruppe.
    • Abstand halten.
    • Beibehalten der vorgegebenen Reihenfolge.
    • Anpassen an die Laufgeschwindigkeit und Laufrichtung der Teilnehmer.
    • Neutrales Verhalten des Hundes seiner Artgenossen gegenüber.
    • Freundliches, rücksichtsvolles, aufmerksames, höfliches und gegebenenfalls hilfsbereites Verhalten des Juniors seinen Mitbewerbern gegenüber.

  • Richtige und vorteilhafte Präsentation des Hundes.
    • Bewegungstempo auf den jeweiligen Hund zuschneiden.
    • Geschicktes Vorführen, um Mängel des Hundes nicht besonders in Erscheinung treten zu lassen und dem Rassestandard nahe zu kommen.
    • Korrekte Präsentation des Hundes auf dem Tisch.
    • Standortwechsel des Richters muss den sofortigen Stellungswechsel des Juniorhandlers zur Folge haben.

  • Goldene Regel: Niemals zwischen beurteilendem Richter und Hund kommen!

  • Kleidung des Juniorhandlers.
    • Harmonischer Farbkontrast zur Fellfarbe des Hundes.
    • Bequeme, sportliche Kleidung.
    • Schuhe mit rutschfesten Sohlen.

Wie erfolgt die Bewertung?

Bild "Juniorhandling:Juniorhandling4.png"Zunächst einmal erhält jeder Teilnehmer für die Präsentation im Ring 5 Punkte.
Die Qualität der Vorführung entscheidet dann über die Platzierung. Die fünf besten Juniorhandler in jeder Altersklasse werden platziert.
Je nach Platzierung werden noch Zusatzpunkte vergeben, die zur Grundpunktzahl hinzugerechnet werden.

Folgende Punktzahlen ermitteln sich aus der Platzierung:
1. Platz: 5 Punkte + 10 Punkte = 15 Punkte
2. Platz: 5 Punkte + 8 Punkte = 13 Punkte
3. Platz: 5 Punkte + 6 Punkte = 11 Punkte
4. Platz: 5 Punkte + 4 Punkte = 9 Punkte
5. Platz: 5 Punkte + 2 Punkte = 7 Punkte

Die beiden Erstplatzierten jeder Altersklasse müssen zum Stechen noch einmal gegeneinander antreten, damit der Tagessieger ermittelt werden kann. Der Tagessieger darf dann nochmals 5 Punkte extra für sich verbuchen, erhält also insgesamt 20 Juniorhandler-Punkte.

Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde, die die erreichte Punktzahl und die Platzierung ausweist. Alle Punkte werden beim VDH und DTK registriert.
Die bei den verschiedenen Zuchtschauen gesammelten Punkte werden in einem Teilnehmerheft eingetragen, und der beste Juniorhandler des jeweiligen Jahres bekommt den Juniorhandlerpokal des Badischen Dachshundclubs für das jeweilige Juniorhandler-Jahr.
Wenn der Juniorhandler eine ausreichende Punktezahl erreicht hat, kann er unter anderem auch an dem Final-Wettkampf, der vom VDH ausgeschrieben wird, teilnehmen.
Die Teilnehmer, die zum Jahresfinale zugelassen sind, werden vom VDH benachrichtigt.

Was kostet das Juniorhandling?

Das Juniorhandling ist für Juniorhandler des BDC normalerweise frei. Bei großen internationalen Veranstaltungen legt der Veranstalter die Meldegebühren fest. In der Regel werden auch diese Kosten nach Absprache vom BDC oder der jeweiligen Gruppe übernommen.

Jugendobfrau BDC / Gruppe Südbaden
Karin Mieth